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Vorsicht vor fliegenden Teppich-Händlern

Wie ein Betrüger versucht, mit dem guten Namen des Neuenheimer Händlers Tahmas Malek krumme Geschäfte zu machen
Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 07.04.2005


Von Holger Buchwald
"Wir haben nur handgeknüpfte Teppiche, Perser und antike Stücke", beteuert Tahmas Malek. Umso härter trifft es den Mann, der in der Neuenheimer Schröderstraße zwei Geschäfte für Orientteppiche betreibt, dass es offenbar einen Trickbetrüger gibt, der versucht, mit seinem guten Namen die Leute übers Ohr zu hauen. "Letzte Woche hat ein Mann bei mir angerufen, der sich als Neffe von Herrn Malek ausgegeben hat", erzählt ein Kunde des Teppichhändlers, der namentlich nicht genannt werden will. Vorsichtig habe sich der Anrufer vorgetastet. "Sie haben doch vor einiger Zeit einen Teppich bei uns gekauft?", begann er das Gespräch - und hatte damit voll ins Schwarze getroffen. Schließlich hatte der Angerufene tatsächlich vor drei Jahren eine schöne Brücke von den Maleks erworben. Das Angebot, das ihm aber dann unterbreitet wurde, ließ ihn aufhorchen. "Wegen der schlechten Wirtschaftslage in Deutschland müssen wir zurück nach Persien", behauptete der Anrufer: "Bei unseren guten Kunden möchten wir uns mit einem kleinen Präsent bedanken. Kann ich nachher einmal kurz bei Ihnen vorbeikommen?" Kaum hatte der Anrufer seinen Satz beendet, läuteten bei dem Neuenheimer sämtliche Alarmglocken. Geistesgegenwärtig sagte er, dass er leider keine Zeit habe


Es ist beunruhigend. Dem Geschäftsmann bleibt nun nichts anderes übrig, als jedem seiner Kunden die Geschichte vom dubiosen Anrufer zu erzählen. Nur so kann er vermeiden, dass sie darauf reinfallen. Polizeisprecher Dieter Klumpp warnt ebenfalls vor Betrügern: "Es gibt keine Haustürgeschäfte mit Lederjacken oder Teppichen. Wir erfahren ständig von solchen Betrügereien." Ein besonders gravierender Fall ist dem Polizist noch heute in Erinnerung. Vor drei Jahren habe sich ein Wieslocher von zwei Frauen hereinlegen lassen. Die Betrügerinnen behaupteten, sie hätten auf dem Frankfurter Flughafen im Zoll besonders schöne und teure Orientteppiche. Der Mann ging mit den Frauen sogar noch auf die Bank. Am Frankfurter Zoll gab er ihnen dann das Geld und wartete darauf, dass sie mit den ausgelösten Teppichen zurückkommen. Die Betrügerinnen und seine 40 000 Euro - so viel hatte er ihnen gegeben - hat er nie wieder gesehen. "Leider schämen sich viele der Opfer, die so bösartig hereingelegt wurden", erzählt Klumpp. Und so erfährt die Kripo nicht immer von den Betrügereien. Der Polizeisprecher bittet alle Geschädigten, dass sie sich beim nächsten Polizeirevier melden. Denn sonst kommt man den Tätern nie auf die Schliche. Und sonst muss Malek weiter damit leben, dass jemand mit seinem guten Namen krumme Geschäfte macht.
Tahmas Malek ärgert sich über den Anrufer, der schon seit Langem versucht, seine Kunden übers Ohr zu hauen.       Foto: Welker
und gerne am Montag in Maleks Geschäft in die Schröderstraße komme, um das Geschenk dort selbst abzuholen. Doch der Mann am anderen Ende der Leitung antwortete: "Da ist unser Laden bereits geschlossen und all unsere Ware schon weg." Der pensionierte Beamte ließ sich trotzdem nicht erweichen. Lieber verzichtete er auf das Geschenk, als eine wildfremde Person in seine Wohnung zu lassen. Und wie sich später zeigte, tat er gut daran. Denn als er montags darauf an Maleks Geschäft vorbeiging, stand der Teppichhändler immer noch darin. Der Einzelhändler hatte nie daran gedacht, seinen Laden aufzugeben; und er hatte auch gar keinen Neffen, den er hätte beauftrage können, bei seinen guten Kunden anzurufen. "Solche dubiosen Geschichten kommen seit Jahren immer wieder vor", erzählt Tahmas Malek. Mal gebe sich der Anrufer als sein Sohn, mal als sein Neffe oder Bruder aus. Einmal verspreche er ein Geschenk, ein andernmal gebe er an, Restposten verkaufen zu wollen. Doch mit dem Teppichgeschäft in der Schröderstraße habe das nie was zu tun. Malek weiß, dass es immer wieder Betrüger gibt, die versuchen, mit Orientteppichen krumme Geschäfte zu machen. Vor vier Jahren hatte ein Mann von einer Neuenheimer Familie 250 000 Euro für größtenteils minderwertige Ware abkassiert. Als Malek die Ware schätzte, fand er heraus, dass sie nur ein Zehntel des Preises wert war. Den Übeltäter von damals erwischte die Polizei. Denn als der Betrüger das gleiche Opfer noch einmal über den Tisch ziehen wollte, wartete bereits die Kripo auf ihn. Malek ist nun aber aufgebracht, dass der neue Täter es gezielt auf seine Kunden abgesehen hat. Woher der Anrufer die Adressen von Maleks Geschäftspartnern hat, kann sich der Teppichhändler beim besten Willen nicht erklären.
 





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Mo - Fr 9:30-18:30
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